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02.08.2020  


Fragt doch mal den Landrat

Bereits im Mai, als sich abzuzeichnen begann, das uns COVID-19 noch länger beschäftigen wird und die Folgen dieser Pandemie zunehmend Menschen aufs Rad bringen, haben wir mehrere Vorschläge für mehr Radverkehrsanlagen an den Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn geschickt. In seiner Antwort verwies dieser darauf, dass wir doch auch mal den Landrat fragen sollten, schließlich lägen mehrere der Vorschläge in dessen Zuständigkeit.


Diesen Vorschlag haben wir aufgegriffen und unseren Landrat Michael Köberle am 24. Mai 2020 angeschrieben. Und dann nochmal am 27. Juli, weil wir auf unser ersten Anschreiben keine Antwort erhielten. Außerdem wurden wir über die Presse informiert, dass einer unserer Vorschläge (Radfahrstreifen Diezer Straße und Aufstellflächen für Radfahrer vor den Ampeln) von seiner Kreisbehörde abglehnt wurde.

Inzwischen haben wir eine Eingangsbestätigung. Man werde prüfen und sich dann wieder melden. Wir sind gespannt und bleiben dran.

24.05.2020
Aus der Krise lernen
Radverkehr während und nach der Corona Pandemie


Sehr geehrter Herr Köberle,

viele unserer Mitbürger haben in der Corona Krise das Fahrrad als krisensicheres Verkehrsmittel wieder bzw. neu entdeckt. Diese Bereitschaft zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens sollte über die Corona-Zeit hinaus gerettet werden.
Wir bitten sie daher in ihrer Funktion als Chef der Verkehrsbehörde des Kreises sich nachdrücklich und nachhaltig dafür einzusetzen, dass die Radverkehrsinfrastruktur an den in ihre Zuständigkeit fallenden Straßen schnellstmöglich geplant und ausgebaut wird.
Z. B. in Limburg:
- Planung und Bau von Radverkehrsanlagen an den Bundesstraßen auf den Pendler starken Verbindungen zwischen Diez und Limburg sowie Elz und Limburg.
- Baldmöglicher Neubau der Staffeler Lahnbrücke mit Radwegen
- Planung und Bau eines Radweges an der Landesstraße zwischen Dehrn und Eschhofen
- Planung und Bau eines Radweges an der Landesstraße zwischen Eschhofen und Lindenholzhausen

Das Klimapaket des Bundes bietet mit dem Programm „Stadt und Land“ hierfür umfangreiche Fördermittel direkt für Kommunen und Kreise.

Aktuell scheint es zudem kurzfristig geboten den Schülern der weiter führenden Schulen verkehrssichere Radverkehrsverbindungen zu den Schulen anzubieten. Hierzu kann es vorübergehend erforderlich sein, auf Strecken, die (noch)nicht über Radverkehrsanlagen verfügen, provisorisch entsprechende Flächen einzurichten(Pop-up-Infrastruktur) oder fahrradgerechte Geschwindigkeitsbeschränkungen anzuordnen und zu überwachen. So kann vielleicht das Abstands-Problem in den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Übergangsphase der Pandemie kompensiert werden.

Sie werden Verständnis dafür haben, dass wir als Interessenverband der Radfahrenden auch die Presse und andere Medien über unsere Vorschläge informieren.
Wir freuen uns auf einen regen Austausch.
Bleiben sie gesund


27.07.2020
Keine Fahrradaufstellflächen an der Kreuzung Schiede/Diezer Straße


Sehr geehrter Herr Köberle,

bereits am 24. Mai diesen Jahres haben wir Sie in einem Schreiben gebeten, sich für die Schaffung von Fahrradinfrastruktur an Straßen, die in ihrer verkehrsbehördlichen Verantwortung stehen, einzusetzen. Eine Antwort haben wir bis heute nicht erhalten. Aber aus der Presse konnten wir kürzlich entnehmen, dass sich Ihre Verkehrsbehörde gegen einen Radfahrstreifen an der Diezer Straße mit einer Aufstellfläche an der Schiede Kreuzung ausgesprochen hat.
Begründung: Zu viel LKW-Verkehr. Dabei ist es gerade in dem Fall wichtig vorgezogene Aufstellflächen zu errichten. Das ermöglicht den Radlern in das Sichtfeld des LKW-Fahrers zu gelangen und die schlimmsten Fahrradunfälle, nämlich abbiegender LKW übersieht Radler, zu vermeiden. Es gibt keine Richtlinie oder Verordnung, die die Einrichtung einer solchen Radverkehrsanlage vom LKW-Aufkommen abhängig macht. Insofern erscheint die von ihrer Verkehrsbehörde getragene Entscheidung willkürlich und gegen die Sicherheit des Radverkehrs gerichtet.
Natürlich muss auch ein ausreichend breiter Radfahrstreifen zu dieser Aufstellfläche führen. Genügend Verkehrsfläche ist vorhanden. Sie muss nur zugunsten des Radverkehrs neu aufgeteilt werden. Ggf. muss hierfür auf eine der beiden Kfz-Linksabbiegespuren verzichtet werden.
Besonders ärgerlich ist die Entscheidung Ihrer Verkehrsbehörde auch, weil durch die Kanalsanierung und den Auftrag der neuen Fahrbahndecke in der Diezer Straße, die notwendigen Arbeiten für den Radfahrstreifen und die Aufstellfläche sehr kostengünstig integriert werden könnten. Aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie, wo einem steigenden Radverkehrsaufkommen sinkende Einnahmen aller Körperschaften gegenüberstehen, sollte jede Gelegenheit, die Förderung des Radverkehrs kostengünstig umzusetzen, ergriffen werden.
Der Fahrradmarkt boomt wie nie. Was fehlt, sind sichere Radverkehrsanlagen in den Ortslagen und zwischen Ortsteilen. Tragen sie bitte mit dazu bei, dass sich das im Landkreis Limburg-Weilburg ändert.
Damit die Bürgerinnen und Bürger sehen, dass die Radler auch in unserem Landkreis eine Lobby haben, werden wir diesen Brief veröffentlichen.


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